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Stefan Schorr im Kanumagazin

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Hiddenseemarathon 24.06.2006

Endlich ist er da der 24.06.2006. Der Tag an dem ich meinen neuen Streamliner rund um Hiddensee fahren kann und auch will. Wie das Teil geht wußte ich ja schon vorher, aber der direkte Vergleich mit anderen fehlte mir noch.

Am Start sind dieses Jahr weniger Einer als in den Jahren zuvor. Dafür sitzen in den Zweiern durchaus schnelle Leute, die für einen Sieg im Einer in Frage kommen. Hier ist also auch Leben reingekommen, waren dort in den Vorjahren die Plätze ja schon vor dem Start vergeben. Kunststück bei Solostartern.

Hochachtung vor allen, die angetreten sind diesen Wahnsinnsritt mitzumachen.

Am Start auch „Oschi“ mit seinem Outrigger und mit einem halben Paddel. Wie der wohl durchkommt hat sich sicher fast jeder gefragt.

Ziemlich pünktlich geht’s auf Reisen bzw. ins Rennen. Gleich zu Beginn zeigen Wolfgang und Ulf, zwei hoch ambitionierte Kanuten, wie bei spiegelglatter See mit modernen Kajaks gefahren wird. Oschi mit seinem Einbaum immer mit dabei. Wie lange das wohl gutgeht?

Ich gehe es wie immer ruhiger an. Immer den Puls im Auge, max.140 Puls- und 60 Paddelschläge. Ein Schwatz mit Micha ist zu Beginn kein Problem. Oschi erkennt schon am Parower Haken, daß das Tempo der ersten beiden wohl zu hoch für ihn ist. Kluge Entscheidung, der Weg ist ja noch lang.

Also geht’s gemeinsam mit Michas Zweier und mir raus auf die Ostsee. Micha und Max sind dabei mit der Badewanne schneller als die Seriensieger aus Dresden.

Oschi nutzt typisch Outrigger light die Welle eines leichten Bootes um sich in einem Wahnsinnstempo zu entfernen. Mit dem Kajak wäre das wohl nicht so gut angekommen, aber so, egal.

Auf der Ostsee dann die ersten Gedanken ans eigentliche Rennen. Kurz in den eigenen Wanst gelauscht, den Puls beobachtet, die anderen beäugen. Micha sagt er muß kämpfen, Max sieht gut aus. Pusten aber beide ganz schön. Die Dresdner scheinen abgehängt. Von anderen Booten nichts zu sehen, hm, läuft echt gut.

Micha meint der weit vor uns liegende Einer (Ulf) wäre im letzten Jahr zur Hälfte des Rennens eingebrochen. Ist da etwa die Chance aufs Podest, oder sogar mehr?

Egal in Höhe Vitte auf der Ostsee starte ich dann mein eigenes Rennen gegen den inneren Schweinehund und die Zeit. Dabei nie über Puls 150 gehen, bloß nicht so abkacken wie beim ersten mal.(11:45 h) Die Angst sitzt so tief! Höhe Kloster sind Oschi und mein Vordermann schon wieder gut zu erkennen. Jetzt diese blöden Findlinge umkurven, hoffentlich kommt da keiner aus dem Wasser. Scheiße kurz vor mir kräuselt sich das Wasser, Panik, Vollbremsung, kippeln, Schweißausbruch, Glück gehabt. War bloß ein Fisch. Jetz aber sinnig um die Hucke. Dabei warnt Gerhild doch immer vor dieser Stelle. Dummheit oder Leichtsinn, was plagt einen bloß es immer wieder unter Land zu versuchen? Langsam fahren und die grandiose Steilküste genießen, essen, trinken, wieder genießen. Da war doch noch was? Ach so das Rennen!

Na ja, so bis auf 100 Meter bin ich wohl schon dran, der Rest hat Zeit. Um den Enddorn rum, Pause an Land? Mit der Aussicht aufs Podium? Aber keiner geht an Land. Noch eine Premiere: Durchfahren ohne Pause bis Stralsund. Schönen Gruß ans Hinterteil!! Ob das gutgeht?

Endlich Oschi muß pinkeln, hurra, ich bin vorbei. Zu früh gefreut, der Bengel hat die Power eines Ochsen. Zieht wieder locker gleich auf. Ist ja logisch: Mit dem halben Paddel braucht man ja auch bloß die Hälfte tun ;-) Egal fahrn wir eben zusammen.

Am Zeltplatz Seedorf laufen wir auf den gelben Nelo mit Ulf an Bord auf. Wieder geht diese leidige Diskusion ums Boot los. „Mit DEM Boot, und warum fährts Du nicht vorne mit, und überhaupt Es sei doch viel schneller, und wenn schon Wettkampf...“! Ich kanns nicht mehr hören! Lasse ihn fahren und denke mir mein Teil. Sitzen selbst in einer Rakete und fangen an zu lamentieren über Material und weiß ich was alles.

Dabei haben Micha 2x und Henning 1x gezeigt, daß es nicht nur das Material sein kann. Der gut vorbereitete Athlet ist immer noch das wichtigste Element in diesem System.

Endlich ist Stralsund in Sicht, noch ziemlich klein aber schon zu sehen. Fahre mehrmals zu Ulf auf, aber der hat heute mehr vor als nur ankommen. Er zieht immer wieder unaufhaltsam davon. Ich halte mein Tempo und komme immer wieder ran. Höhe Suhrendorf muß Oschi reißen lassen. Nanu der sah doch gut aus. Später dann die Erklärung: Eine Handvoll Kraut an der Flosse. Schade, der hatte es echt drauf an dem Tag.

Heuwiese in Sicht!! Wieder bin ich bei Ulf. Auf die Frage nach einer gemeinsamen Zieleinfahrt werde ich wieder daran erinnert, daß es hier um ein Rennen geht und nicht um Geschenke. Na denn man tau! Nach einer ersten richtigen Pause fahren wir gemeinsam los. Da packt es Ulf erneut. Die Zeit vom Vorjahr scheint greifbar. Aber hinten kackt der Hase denke ich und lasse ihn erneut ziehen.

Am Parower Haken dann der Anschiß. Ulf ist am Ende. Es scheint als ginge nichts mehr. Aus weiterer Entfernung sehe ich plötzlich die Dresdner. Sind die geflogen? Das Begleitboot gibt bescheid der erste sei im Ziel in unter sieben Stunden. Ihr fahrt um Platz zwei!

Na ja da irrt wohl der Experte, ich bin froh noch gut durchzuhalten und Ulf nimmt mein Angebot von vorhin dankend an. Gemeinsam kämpfen wir uns bis zum Bootshaus. Zwischendurch gebe ich immer mal Info über Entfernung zum Steg. Ulf ist echt am Ende. Als er erfährt, daß ich älter als 40 bin und er noch weit darunter wird seine Stimmung besser. Wird ja in verschiedenen Altersklassen gewertet. Erleichterung bei ihm. Ist ja der beste in seiner AK. Gratulation an dieser Stelle von mir.

Da plötzlich wieder dieses Zucken bei ihm. Er sieht seine Tochter und ist wieder der Alte. Besser ist das!

Gemeinsam fahren wir über die Ziellinie. Noch kurz vor dem Dresdner Zweier.

7:33h, eine Zeit von der ich nie zu träumen gewagt habe. Steige aus und bin einfach nur glücklich meine Familie in den Arm nehmen zu können. Ein Sieg für mich. Schnellster Stralsunder und dabei gut drauf wie nie zuvor. (Ulf liegt platt am Steg, gute Besserung!) Später dann dieser Schmerz im Hinterteil. Habe noch Tage danach die Tour gespürt.

Eine gewissenhafte Vorbereitung durch den ganzen Winter, ein super Boot, geiles Wetter. Heute passte einfach alles.

Hoffe im nächsten Jahr auf mehr Stralsunder Sportfreunde (Chris, Stefan, Heiko) und vor allem auf mehr auswärtige.

Gruß

Achmed Ewert

 

 


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